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Columboola Country Bush Retreat

Diesen Monat trieb es uns in Richtung Westen. Genauer gesagt in die Western Downs, zwischen Chinchilla und Miles (Queensland) in das Columboola Country Bush Retreat. Wir hatten 2 Gründe zum feiern: unseren Hochzeitstag und unseren 12. ‘Australia Day’. Da fanden wir die Idee, uns in Richtung Inland, ins Outback zu verziehen, doch ganz passend.

So lässt es sich reisen …

Donnerstag früh ging es los, und wir hatten die ganze Zeit heftigen Gegenwind, der aus dem Westen in Richtung Küste fegte. Bergauf, Gegenwind, Staub, das waren ja Aussichten.

In Blackbutt hatten wir uns dann auch wirklich eine Pause verdient, nachdem wir uns die Berge im Hinterland hochgearbeitet hatten. Die Überquerung des an dieser Stelle höchsten Punkts der Great Dividing Range bei Cooyar, mit 619 m über NN, lag noch vor uns.

Natürlich können wir durch Blackbutt nicht durch, ohne anzuhalten. Das hat inzwischen Tradition. Ich habe außerdem seit JAHREN das erste Mal wieder einen wirklich LECKEREN Pie gegessen. Da ich eigentlich kein Fan dieser ‘Spezialität’ bin, heisst das schon was. Daumen hoch für die Pies der Blackbutt Bäckerei!

Obligatorischer Stop in Blackbutt
Denn die Bäckerei ist einfach genial.
Neben der Bäckerei sind Malerarbeiten in Gange.
Es war auch hier stürmisch … und der Künstler tanzte gekonnt …
… mit seinem Bart im Winde auf dem EINEN Brett, während er malerte.

Nach der kurzen Mittagspause gings weiter, mit Toilettenstop in … Warra. Die kleine als historische Stätte umfunktionierte Bahnstation von Warra dürfte neben Blackbutt wohl die Ortschaft sein, die so ziemlich jede(r) unserer Übersee-Besucher schon selbst inspiziert hat. Auf dem Weg in die Western Downs führt da einfach kein Weg dran vorbei 🙂 Für Dudley war es das erste Mal.

Die historische Bahnstation von Warra
Die Hochwasser im Dezember 2010 haben auch Warra nicht verschont.
Warten auf den Lockführer …

Dank des Gegenwindes waren wir eher langsam unterwegs und kamen erst gegen 16.30 Uhr in Columboola an.

Das Columboola Bush Retreat liegt zwischen Chinchilla und Miles abseits des Warrego Highways. Eine ca. 8 km lange Schotterpiste führt an einem Steinbruch vorbei zu diesem einsam gelegenen Campingplatz. Denn das ist es offiziell, wenn auch eher untypisch und nicht das, was man als Campingplatz im Hinterkopf hat. Es gibt ein paar urige Kabinen, die man mieten kann, wenn man es etwas komfortabler möchte. Außderdem genügend Platz für Camper, die die Wahl zwischen Stellplatz mit Strom und Wasseranschluß oder einfach nur eine kleine Stellfläche ‘ohne alles’ für sich möchten. Ein grosser Outdoor-Küchenbereich mit viel Platz, Grillplatz, Kühlschrank, Kochgelegenheiten und Bibliothek steht ebenso zur Verfügung wie ein Toilettenbereich mit Duschen.

Das fanden wir alles ganz nett, aber was uns noch mehr reizte, war die Möglichkeit, sich hier ganz offiziell abseits vom Schuß mitten im Nichts bzw. im Busch niederlassen zu können. Wir waren ja mit allem versorgt und brauchten weder Wasser noch Strom. Außerdem wollten wir mal testen, wie lange wir mit unserem Caravan eben ‘ab vom Schuß’ als komplette Selbstversorger auskommen.

Wir suchten uns ein einsames Plätzchen auf dem über 100 ha großen Gelände, weit ab vom eigentlichen Campingplatz, und richteten uns für die nächsten 3 Nächte häuslich ein. In 30 min war alles erledigt und das Feuer brannte.

Die Standgebühren sind ein absolutes Schnäppchen. 20 AUD pro Nacht für unser Gespann mit 2 Erwachsenen (der Hund darf kostenlos mit rein), und jede 3. Nacht ist frei. Wir hatten für 3 Nächte gebucht, waren hier von Donnerstag bis Sonntag. Und haben jede Minute wirklich genossen – abgesehen von dem ausdauernden heftigen Wind, der vom Inland bis zur Küste für Staubstürme und Kälte sorgte. Nachts 2°C … aber wir habens ohne Heizung geschafft, dank unserer Winterbettdecken, die wir wohlwissend mitgenommen hatten.

Die Sonnenuntergänge und Nächte im Outback sind einfach unbeschreiblich. Allerdings auch unbeschreiblich kalt, zumindest im Winter. Gut, daß wir zum einen genug Feuerholz mit hatten, uns aber die Eigentümer des Geländes auch ausdrücklich baten, das reichlich herumliegende trockene Holz zu verwenden. Am Feuer wars jedenfalls gemütlich. Und der Anblick der Milchstraße und des klaren Sternenhimmels war einfach nur atemberaubend.

Zu dritt im Caravan (natürlich schläft Dudley mit IM Caravan) ließ es sich die Nacht dann auch aushalten.

Morgens drehte ich zum Aufwärmen mit Dudley eine große Runde, während sich Simon um das Frühstück kümmerte.

Durch das Gelände zieht sich ein tiefer Flußlauf, der allerdings nicht viel Wasser führte. Die Klettermöglichkeiten sind dafür um so beeindruckender.
Frühstück ist fertig …

Auf unserem ersten Streifzug am nächsten Tag entdeckten wir ein ‘Dunny’, ein Outback-Plumpsklo. Ein bisschen weit weg von unserem Standplatz, um mal eben schnell nachts … und so. Aber immerhin.

Wir genossen die herrliche Ruhe, es gab Unmengen von klitzekleinen Vögeln, die im Busch herum schwirrten und leider viel zu flink für die Kamera waren. Laut unserem Taschennachschlagewerk waren das überwiegend junge Splendid Fairy Wren, kleine Zaunkönige. Super putzig und super flink.

Fühlt sich an wie Gummi, und blüht wunderschön mit roten kleinen Blüten auf hohen Stengeln … mal schauen, was das ist.
Dieser Ausblick – auch Hunde sind eindeutig Geniesser!

Das über 100 Hektar grosse Gelände bot bzw. bietet unendliche Möglichkeiten, sich ausgiebig die Beine zu vertreten. Es gibt viele markierte Wanderwege, die allerdings teils so versteckt und zugewachsen sind, dass es den Anschein hat, man befindet sich irgendwo im Nirgendwo. Durch den ausgewaschenen Flußlauf und das große Wasserloch des Punchbowl Creek kann man auch herrlich ‘klettern’ … immer auf den Spuren der Kängurus, deren Fußabdrücke man im feuchten Flußsand findet. Mal schauen, ob ich noch ein kleines Filmchen zusammen gestellt bekomme. An einigen Stellen ist dauerhaft genug Wasser, um zu baden, zu fischen (fischen erlaubt!) oder Flußkrebse und Süßwasserkrabben für das Abendessen zu fangen.

Rund um und auf dem Campingplatz finden sich tolle Fotomotive. Und die nahmen wir natürlich auch vor die Linse. Lost places …

Das sind aber nicht die Kabinen für die Besucher 🙂

Dudley unterhält sich mit den Eigentümern …

Der letzte Regen scheint noch nicht lang her zu sein. Trotzdem staubt es überall heftigst (dieser Wind momentan, hatte ich erwähnt, dass der uns richtig auf die Nerven ging?). Die letzten Pfützen trockneten schnell aus.

Und hier dier Blütenstand dieser eigenartigen gummihaften Schönheiten.

Überhaupt blühte es überall, man musste teils nur genau hinschauen.

Überall, vor allem aber im Flußbett, lagen diese Muscheln herum.

Hatte ich schon erwähnt, dass es bis Mittags extrem windig und kalt war? Wir liefen rum wie die Michellin Männchen, eingepackt in mehrere Lagen Kleidung. Winter-Brocken-tauglich, um das mal insidermäßig zu definieren.

Wir machten uns auf Wanderschaft, einmal um uns warm zu halten, aber auch, um die karge und dennoch schöne Landschaft zu erkunden. Und nicht nur der Hund brauchte Bewegung 🙂

Punchbowl Creek – Watering Hole

Futter für die Kinder ranschaffen …
Wir hatten uns für diesen Tag 20tausend Schritte vorgenommen. Haben wir nicht ganz geschafft (nur 18.500), da das Gelände ziemlich anspruchsvoll war und Simons Knie ja noch nicht wieder in Ordnung ist. Er hat das Tempo und die Strecke bestimmt … und sich tapfer gehalten.
Wie gesagt … es war staubig und windig.
So windig, dass wir am 3. Abend kein Lagerfeuer machen konnten, und den Sonnenuntergang beim Abendessen im Caravan genossen. Inklusive aufgehendem Gustav.
Die Tage vergingen viel zu schnell. Sonntag früh ging es zurück in Richtung Zivilisation.
Natürlich wieder mit Futterstop in Blackbutt. Diesmal vertraten wir uns die Beine an der hiesigen historischen Bahnstation. Ein hübsch angelegter Park neben der Tourist Information.

Mal schauen, wie lange wir nun auf die nächste Tour warten müssen. Simons OP Termin für sein lädiertes Knie wurde vom 28.8. auf Mitte September verschoben. Ob das nun das finale Datum ist, wissen wir erst, wenns passiert ist. So ist das hier …

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